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Tine Acke: Meine Liebe zu Udo Lindenberg

12.10.2017

Sie kommt Udo Lindenberg (71) so nah wie kein anderer. Tine Acke kennt jedes Härchen, jede Pore – schließlich ist sie seit 19 Jahren die First Lady des Panik-Präsidenten und begleitet ihn ständig mit ihrer Kamera. „Ich bin quasi das Fenster zu Udo. Durch mich können die Menschen ihn in intimen Momenten sehen“, so die Fotografin. Jetzt macht sie dem wichtigsten Mann ihres Lebens eine wunderschöne Liebeserklärung.

Freitag erscheint ihr Bildband „Stärker als die Zeit“. 324 Fotos seiner Stadion-Tournee, Texte einiger Weggefährten. Ein Denkmal für Udo, eine Hommage an die Panikfamilie, ein „Must have“ für alle Fans.

Tine: „Als ich das Buchprojekt vor vier Jahren startete, stand ich vor einem riesigen Fragezeichen. Wird es mir gelingen, Udos großen Traum, als Nachtigall durch die Stadien zu fliegen, angemessen für die Ewigkeit festzuhalten? Schaffe ich es, die monumentalen Momente zu catchen? Das war eine riesige Aufgabe, vor der ich auch etwas Schiss hatte.“

Wie ist Udo als Objekt vor der Kamera? „Ein aufregenderes Model kann man sich nicht wünschen! Er hat so viele Facetten. Aber er ist auch ungeduldig, spontan. Ich hingegen plane gern und musste mich an das Chaos gewöhnen. Aber die besten Posen sind eh die, in denen ich keine Anweisungen gebe und er sich bewegt, wie er sich am geilsten fühlt.“

Tine genießt sein blindes Vertrauen. „Er will Bilder nicht erst sehen, bevor ich sie auf Instagram teile. Ich weiß ja, wie er sich gefällt.“ Ihre Fotos sind im positiven Sinne distanzlos und voller Leidenschaft. Sogar die Bildbearbeitung ist für sie fast ein erotischer Prozess: „Das ist, als würde ich mein Motiv streicheln.“

Um immer das beste Bild zu kriegen, verbiegt sich die zierliche Frau oft. „Ich klettere unter Hallendecken, blende meine Höhenangst aus. Ich robbe während des Konzerts unters Schlagzeug, turne auf einem Kran herum, suche mir die absurdesten Plätze für die großartigsten Perspektiven.“

Horror für die 40-Jährige, die Udo „meine Schleichkatze“ nennt: Sichtbar auf der Bühne sein! Tine: „Ich habe dann Lampenfieber, fange an zu zittern. Ich stehe nicht gern im Mittelpunkt, wäre gern unsichtbar.“

Wenn sie aber durch die Kamera-Linse in die Augen des Mannes zoomt, der allen so viel bedeutet und für sie etwas ist, was Worte nicht beschreiben können, ist Tine Acke dankbar. „Ich wünschte, ich könnte die Zeit anhalten und Udo immer so sehen: Küsse und Eierlikör verteilend, mikrofonschwingend auf grünen Socken tänzelnd.“

Lindenberg hat den Bildband vor wenigen Tagen das erste Mal in den Händen gehalten und ist jetzt völlig von den Socken. „Ich bin unglaublich berührt. Jetzt sehe ich Momente, die ich während der Konzerte nicht wahrgenommen habe. Tine und ich, wir sind ein echtes Dreamteam.“

Text und Foto: Rike Schulz

Quelle: Hamburger Morgenpost, 11.10.2017